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Jonitz: „Patientensicherheit erfordert ausreichend Personal“
 
Berlin - „Die Sicherheit der Patienten steht fuer Aerztinnen und Aerzte in Deutschland seit jeher an erster Stelle. Das zeigen nicht zuletzt die vielfaeltigen Massnahmen, die die Aerzteschaft in fuehrender Rolle sowohl auf politisch-strategischer, als auch auf inhaltlich-praktischer Ebene seit dem Aerztetagsbeschluss 2005 zur Patientensicherheit auf den Weg gebracht hat.“ Das sagte Dr. Guenther Jonitz, Vorsitzender der Qualitaetssicherungsgremien der Bundesaerztekammer, anlaesslich des ersten internationalen Tages der Patientensicherheit am 17. September. Der Tag wird vom Aktionsbuendnis Patientensicherheit ausgerufen und widmet sich in diesem Jahr insbesondere der Foerderung der Hygiene und der Vermeidung von Infektionen.
„Wir haben erfolgreiche Strategien zur Fehlerpraevention und  Qualitaetssicherung entwickelt und kuemmern uns um entsprechende Fortbildungsangebote zum Fehler- und Risikomanagement, um nur einige Aktivitaeten zu nennen.“ Dazu gehoeren natuerlich auch die Foerderung von Hygiene, die Unterstuetzung von praxisorientierten Aktivitaeten wie die „Aktion Saubere Haende“ und der Ausbau des Infektionsschutzes. Jonitz begruesste in diesem Zusammenhang den kuerzlich vorgelegten Zehn-Punkte-Plan der Bundesregierung zur Bekaempfung resistenter Erreger. Weitere Anstrengungen seien aber erforderlich. Bund und Laender sollten mit der geplanten Krankenhausreform endlich bessere Rahmenbedingungen fuer gute Qualitaet in der Patientenversorgung schaffen. „Menschen behandeln Menschen, also helfen Vorschriften und Regeln nicht, wenn das Personal und die Ressourcen fehlen“, so Jonitz. Mittlerweile werde sogar in infektiologischen Risikobereichen wie Intensivstationen die von den Fachgesellschaften empfohlene Personalbesetzung in der Regel deutlich unterschritten. Dabei zeigte sich, dass eine hohe Arbeitsdichte das groesste Risiko fuer nosokomiale Infektionen darstelle.
 
Statt mit Hilfe fragwuerdiger Messinstrumente vermeintlich schlechte Qualitaet zu sanktionieren, sei eine ausreichende Finanzierung der Personalkosten in den Krankenhaeusern notwendig. „Und wir brauchen auch mehr Lehrstuehle fuer Krankenhaus- und Umwelthygiene. Nur so koennen wir langfristig den Bedarf an qualifizierten Fachaerzten fuer Hygiene und Umweltmedizin sowie fuer Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie decken“, erklaerte 
Jonitz. 
 
Die Bundesaerztekammer hatte bereits 2011 nach der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes eine strukturierte curriculare Fortbildung „Krankenhaushygiene“ aufgelegt. Diese Massnahme war jedoch nur als Uebergangsloesung gedacht, um kurzfristig und flaechendeckend genuegend Aerztinnen und Aerzte in „Krankenhaushygiene“ zu qualifizieren. „Fuer eine dauerhafte Loesung muessen Bund und Laender jetzt nachlegen“, sagte Jonitz.
Quelle: Bundesaerztekammer 16.09.15